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Melisse – Tausendsassa in heimischen Gärten

Die Melisse, auch Bienenkraut, Herzkraut oder Nervenkräutel genannt, ist eines der bekanntesten Heilkräuter unserer Tage. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird aber schon lange in unseren Gärten angebaut. Wenn man ein Melissenblatt zwischen den Fingern zerreibt, verströmt es einen angenehm zitronigen Duft, daher rührt auch der Name Zitronenmelisse.

Die Melisse wächst in unseren Gärten, wenn sie erst einmal dort heimisch geworden ist, sehr gut an, wird von Jahr zu Jahr kräftiger und bietet sich als Haustee und vielseitige Medizin an. Hildegard von Bingen (1098 – 1179) nannte sie „Binsuga“ und schrieb: “Die Melisse ist warm. Ein Mensch, der sie isst, lacht gerne, weil ihre Wärme die Milz beeinflusst und daher das Herz erfreut wird.“ Auch Paracelsus (1493 – 1541) wandte die Pflanze wegen ihrer herzförmigen Blätter bei Herzkrankheiten an: „Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, das beste Kraut für das Herz.“ Außerdem verwendete er die Melisse zur Heilung von „Kontracturen und Lähme“, gegen Lepra, Asthma und zur „Erneuerung der Kräfte des Körpers.“

Zitronenmelisse im Vitalhotel Pirchner Hof

Heute hat die Melisse einige Haupteinsatzgebiete und ist aus der Naturmedizin nicht wegzudenken. So schreibt man der Melisse beruhigende und krampflösende, aber auch kühlende und schmerzstillende Wirkung zu. Sie wird bei nervöser Unruhe und Krampfbeschwerden in erster Linie als Tee getrunken, der wegen des hohen Gehaltes an ätherischen Ölen als ganz besonders schmackhaft empfunden wird. Auch bei Verdauungsbeschwerden und Krämpfen im Magen-Darmbereich findet sie Verwendung. Am Abend getrunken, wird dem Melissentee eine schlaffördernde Wirkung zugesprochen.

Melissenöl, das teuer und kostbar ist, wird in der Kosmetik angewendet und wirkt auch gegen Lippenherpes. In der modernen Küche wird Melisse zur Verfeinerung von Süßspeisen verwendet. Als Sirup mit Wasser oder Sekt verdünnt, wirkt sie erfrischend und durstlöschend.

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geschrieben von Christa Peer

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